Stromspeicher als Baustein für Energiezukunft
Solarverein Marbach Mitglieder des Solarvereins haben sich bei Varta über den Stand der Entwicklung von Batterien informiert. Marbach/Ellwangen Deutschland führt weltweit beim Ausbau der Fotovoltaik. Im Jahr 2011 wurden in der Bundesrepublik Solarmodule mit einer Anschlussleistung von fast sieben Atomkraftwerken installiert. Weil aber Solarstrom, ebenso wie Windstrom, nicht jederzeit verfügbar ist, kommt der Entwicklung von Energiespeichern und ihrer Einbindung in intelligente Netze jetzt eine herausragende Bedeutung für die Energiewende zu. Geeignete Systemtechniken könnten Deutschland den Spitzenplatz sichern, der im Moment bei der Fotovoltaik verloren zu gehen droht, weil die Weltmarktpreise für Solarmodule dramatisch fallen. Zehn Mitglieder des Solarvereins Marbach informierten sich Ende letzten Jahres bei einem der führenden Batteriehersteller, Varta in Ellwangen, über den Stand der Entwicklung von dezentralen Stromspeichern. Solche Speicher, die elektrische Energie für einige Stunden bis zu wenigen Tagen speichern können, sind in naher Zukunft vor allem für Betreiber privater Fotovoltaikanlagen interessant. Damit kann eigener Sonnenstrom auch nachts und an trüben Tagen genutzt werden. Hierfür gibt es attraktive gesetzliche Vergütungen. Mittelfristig kann man damit rechnen, dass die Verbrauchs- und die Einspeisepreise über den Tag hinweg variabel sein werden, je nach dem augenblicklichen Angebot und der Nachfrage. Eigene Stromspeicher helfen dann, den Bezug von teurem Spitzenstrom zu vermeiden oder überschüssige Energie zu einem guten Preis selbst ins Netz einzuspeisen. Solche lokalen Ausgleichsmechanismen mindern den Bedarf an teuren und unschönen Überland-Stromleitungen, und sie machen die Stromnetze stabiler. Varta in Ellwangen, bisher eher als Lieferant kleinster Batterien bekannt, hat in Modellprojekten bereits geeignete Speicher für Fotovoltaikanlagen vorgestellt. Ein Speichermodul hat etwa die Größe eines Gefrierschrankes, kann rund zehn Kilowattstunden speichern und hat zurzeit eine Lebensdauer von etwa acht Jahren. Zwanzig Jahre Haltbarkeit sind das mittelfristige Entwicklungsziel. Die Kosten für ein solches System sind noch sehr hoch, man kann aber bei der Preisentwicklung von Solarmodulen sehr gut sehen, wie drastisch Massenfertigung die Kosten senkt. Das Vortragsgebäude von Varta wird heute vollständig von einer Solaranlage mit 7,5 Kilowatt Spitzenleistung und drei Speichermodulen elektrisch versorgt. Es wird nicht allzu lange dauern, bis solche Modelle sich auch wirtschaftlich rechnen. Der Solarverein Marbach beobachtet die Entwicklung sorgfältig. Hans M. Gündner, Solarverein © 2012 MARBACHER ZEITUNG |
